Unser nineT Premium Sponsor:

Wunderlich

Kurventechnik linksrum - Tips erbeten

Du siehst das Forum als Gast - als registriertes Mitglied stehen dir alle Forenbereiche zur Verfügung. Wir freuen uns auf dich!

  • moin,

    Themen rund um die Fahrtechnik sind ja hier eher selten. Aber ich betrachte mich mit 19 Monaten Fürerschein und rund 23.000 km Fahrpraxis noch als Anfänger und habe da noch so einige Baustellen. Vorab: Angaben zu Geschwindigkeiten wie "langsam" oder "flott" beziehe ich auf mein persönliches Empfinden - das ist teilweise weit entfernt von dem, was erfahrene Piloten so bezeichnen.


    Meine aktuelle Haupt-Baustelle: Linkskurven auf engeren, weniger gut einsehbaren Landstraßen. Keine Kehren, ganz normale, locker zu fahrende Kurven:

    Grundsätzlich ist mir zur Kurventechnik einiges klar, legen, drücken, hinterschneiden alles keine Fremdwörter.

    In Rechtskurven bekomme ich auch meist eine halbwegs ordentliche Linie hin: Außen anfahren, lange außen bleiben, spät einlenken und zum linken Fahrbahnrand ziehen.


    Linkskurven dagegen lenke ich meist zu früh ein, oder aber zu forsch, so daß es mir extrem schwer fällt, am rechten Rand zu bleiben. Wenn ich nicht aufpasse, ragt ein Teil von mir schon über die Mittellinie, was wohl eher ziemlich ungut ist.

    Gemütlich gefahren geht's noch, aber sobald ich mich am oberen Rand meiner Komfortzone befinde (egal ob das an der Geschwindigkeit oder dem wahrgenommenen Fahrbahnzustand liegt), drängt's mich immer wieder vom Fahrbahnrand weg - so als würde dort etwas ganz böses lauern.


    Frage: Ist das für Anfänger eher normal oder mein ganz spezifisches Problem? Abgesehen von "kommt mit der Fahrpraxis" oder "fahr halt Linkskurven (noch) langsamer" - gibt's dazu hilfreiche Trainings-Tips?

    Schaue ich zu weit in die Kurve? Vversuche immer, das (meist noch unsichtbare) Kurvenende zu fixieren - wie weit voraus schaut Ihr?

    Gibt's hilfreiche Übungen zu dem Thema?


    Klar - die meisten hier sind Profi-Racer :brauen und können solche Problemchen schon seit Jahrzehnten nicht mehr nachvollziehen, aber vielleicht findet sich ja jemand mit hilfreichen Tips. Danke dafür! :bier

  • Nicht zu schnell in die Linkskurve rein, am rechten Fahrbahnrand bleiben, bis du die Kurve komplett einsehen kannst, mindestens jedoch bis ca. zur Hälfte des Kurvenverlaufs. Jetzt etwas stärker einlenken und sanft beschleunigen, so dass Du dich vom rechten Fahrbahnrand entfernst und Richtung Fahrbahnmitte zielst.


    Wichtig: immer dahin gucken, wo du hinfahren willst, nicht kurz vors Vorderrad gucken.

    - Boxern seit 1987 -

  • Nicht zu schnell in die Linkskurve rein, am rechten Fahrbahnrand bleiben, bis du die Kurve komplett einsehen kannst, mindestens jedoch bis ca. zur Hälfte des Kurvenverlaufs. Jetzt etwas stärker einlenken und sanft beschleunigen, so dass Du dich vom rechten Fahrbahnrand entfernst und Richtung Fahrbahnmitte zielst.


    Wichtig: immer dahin gucken, wo du hinfahren willst, nicht kurz vors Vorderrad gucken.

    Und das Ganze, üben, üben und noch einmal üben. Dabei aber langsam an die Geschwindigkeit herantasten und nicht übertreiben.

    Am Ende bringt das Üben die Routine und Erfahrung.

    Dies schreibt ein ganz kleiner einfacher Motorradfahrer evtl. gefuhndene Schreibfehler dührfen die oberlehrer behalten,

    ich erhebe keine ahnsprüche dahrauf. :geht-klar:bier

  • Ich kann Dein Problem nachvollziehen. Aber Dir hier schlaue theoretische Ratschläge zu geben, ist schwierig. Meine Tochter hat vor zwei Jahren auch angefangen und hat mir ähnliche Fragen zum Thema "Kurven richtig anfahren" gestellt, wobei ich mir in der Theorie den Mund fusselig geredet hab. Als ich meine UGS hatte, sind wir mal im Urlaub zusammen gefahren ( Sie wohnt in Bayern / ich in Potsdam) und ich hab die ersten 100 km bis zum Brenner die Hände übern Kopf zusammengeschlagen, was die ( in den Augen eines zugegeben strengen Vaters) für einen Stuss zusammengefahren hat. In den zwei Tagen Südtirol mit einigen Pässen bin ich dann voraus gefahren und ich muss sagen, es ist immer besser geworden, was sie auch selber zugegeben hat und immer sicherer geworden ist. Zu Weihnachten bekommt Sie von mir ein BMW Fahrsicherheitstrainung geschenkt. Ich denke, die 250 Euro für 8 Std sind sehr gut angelegtes Geld.


    Denk mal drüber nach : Beispiel >> https://www.fahrsicherheit-bbr.de/bmw-motorrad-ride-advanced

  • In Rechtskurven bekomme ich auch meist eine halbwegs ordentliche Linie hin:

    spät einlenken und zum linken Fahrbahnrand ziehen.

    Das könnte auf die Dauer in die Hose gehen!


    Ansonsten hat Holger schon alles gesagt.

    Linkskurven dagegen lenke ich meist zu früh ein, oder aber zu forsch,

    Grundsätzlich ist es m.E. normal, dass man den Fahrbahnrand meiden möchte. In Schräglage in die Berme zu fahren, ist ja auch kein angenehmer Gedanke. Ich würde Dir empfehlen, die Sache mit Köpfchen anzugehen. Das heißt, Deinem gefühlsmäßigen Impuls

    einzulenken mit dem Kopf entgegenzuwirken. Wenn der Bauch sagt "jetzt einlenken" erst nochmal ausatmen und dann einlenken.

    Das natürlich zunächst bei "Wohlfühlgeschwindigkeit" (ist eigentlich der falsche Begriff, denn man sollte nur mit Geschwindigkeiten fahren, bei denen man sich wohl fühlt, aber Du weißt schon, was ich meine) und dann langsam hochtasten. Und, ich kann Holger`s Aussage nur unterstreichen: "Blickführung". Das könnte für Dich auch heißen, ganz bewusst den Blick nicht zum Straßenrand wenden.

    Gruß

    Thomas


    *Die Welt ist eine Kurve!*

  • Hast Du nicht schon mal Fahrtrainings gemacht?


    Die werden auch speziell für Kurventechnik angeboten.


    Im Netz hab ich auch schon ein paar gute Tutorials gesehen.


    Ansonsten finde ich Tips trocken über das Forum problematisch,


    da hier ja keiner sieht wie Du tatsächlich fährst.


    Es gibt ja sogar Personaltrainings führˋs Moped.

    :cool Find what you love and let it kill you. ( Charles Bukowski )


    :klatschen ! FCK NZS !

  • Sicheres Kurven fahren lernt man am besten bei einem Renntraining mit professionellen Instruktoren.Ich meine jetzt kein Sicherheitstraining wie oft vom ADAC angeboten wird.

    Gruß

    Rainer

    CLASSICBIKE RAISCH

  • Also - ich habe bisher 3 ADAC-Trainings hinter mir und 3 Schräglagen-Trainings. Den Spiegel und einige seiner Kollegen kann ich vor- und rückwärts rezitieren, nur wird da eigentlich nirgendwo zwischen Rechts- und Linkskurven unterschieden.


    Auf einer Rennstrecke wäre das was anderes - kein potentieller Gegenverkehr, keine schlecht bis nicht einsehbaren Kurven......das macht im Kopf viel aus und der ist bei mir wohl das Problem.

    Ich denke eher, daß ich versuche, zu weit in die Kurve zu schauen (den rechten Fahrbahnrand nehme ich nur periphär wahr) und gerade deshalb zu früh mehr oder weniger automatisch Richtung Kurvenausgang "ziele" - und das geht dann ganz schnell Richtung Fahrbahnmitte.

    Ich denke - die lehrbuchmäßige Blickführung hab' ich da ganz gut drin - vor das Rad schaue ich so gut wie nie - da müssen schon Nagelbretter auf der Fahrbahn liegen ;)


    Aktuell probiere ich, sagen wir mal bei 60, nur etwa 20-30 Meter vorauszuschauen, manchmal hilft das schon ein Stück weiter. Möchte mir aber auch nix falsches angewöhnen. In der Fahrschule war Kurventechnik kein Thema - so lange man irgendwie rum kam, war's gut.


    Ein guter Vorfahrer ist natürlich Gold wert. TomJohn ist so einer - der schafft es, sich von vorne weg so nach hinten zu orientieren, daß ich zwar gefordert, aber nie überfordert bin und malt dabei die wunderschönsten Linien auf den Asphalt. Bringt extrem viel, kann ich ihm leider nicht allzu oft zumuten :freak

    • Hilfreich

    Ich kann dir auch nur empfehlen mal ein Training mitzumachen. Ich fahre seit dem 15. Lebensjahr (ok, auch schon vorher ein wenig) und habe vor gut 2 Jahren mein erstes Fahrsicherheitstraining beim ADAC in Grevenbroich gemacht. Das hieß Intensivtraining und ging einen ganzen Tag. Kostete ca. 160€. Ich fand es gut. Da war fast alles dabei, auch die Blickführung. Gerade für "Anfänger" ist das ideal und wenn man nur eine Sache mitnimmt hat es sich gelohnt. Z.B eine Vollbremsung bei nasser Fahrbahn aus ca. 70km/h. Erstaunlich was da geht, wenn man es drauf anlegt.


    Dieses Jahr habe ich ein Sportfahrertraining in Recklinghausen gemacht. Da geht es mehr ums Kurvenfahren. Erst die Sicherheitslinie, dann die schnellste Linie. Danach Hanging-Off light und auch richtig Hanging-Off. Dies war in meinen Augen die perfekte Vorbereitung für die Rennstrecke.


    Rainer hat in gewisser Weise recht. Die Instruktoren auf der Rennstrecke können einem noch jede Menge Tipps geben. Trotzdem glaube ich, dass es besser ist "klein" anzufangen und langsam die Sicherheit aufzubauen und sich zu steigern.


    Aber Blickführung kann man bei jeder Ausfahrt üben. Holger hat es gut beschrieben. Also nicht zu früh den Kurvenausgang mit dem Blick suchen.


    Viel Erfolg.

    Udo

    30.05. - 01.06. Hockenheim

    08.07. - 09.07. Mettet

    16.08. - 17.08. Mettet

  • Wie gesagt - ich hab' schon 6 Ganztagestrainings in den 19 Monaten hinter mir. Ein wichtiger Hinweis könnte der auf das Timing sein - nämlich wann ich den Kurvenausgang erfasse. Da bin ich in vorauseilendem Gehorsam woh in der Regel etwas zu früh dran und der Blick zieht mich dann eben zu früh zu sehr in die Kurve - Mittellinie, ich komme :jubeln

  • Ich war von den ADAC-Trainings - insbesondere dem Kurventraining nicht so begeistert, hängt aber wohl extrem vom Coach ab.

    Und Trainingsgelände ist halt nicht Straße - wenn man weiss wie die Kurve weitergeht, kein Gegenverkehr kommen kann und zur Not Auslauffläche vorhanden ist.....

  • ähhh - nach 3 ADAC-Trainings und 3 Schräglagentrainings hab ich das eigentlich alles schon mal gehabt - nebst Knie auf dem Boden.

    Das ist nicht das Problem, sondern die Linie und das Zusammenspiel rechter Straßenrand-Kopf in Linkskurven.

Diese Inhalte könnten dich interessieren: