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Von der Pure von der Stange zur Scrambler von Roland Sands

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  • von der Pure von der Stange zur Scrambler von Roland Sands


    So habe ich mein „Projekt“ genannt, das mich die letzten 2 Monate beschäftigt hat. Um ehrlich zu sein, schon viel länger. Ich will Euch hier ein bisschen daran teil haben lassen.


    Letztes Jahr, als meine damalige BMW in der Werkstatt war, hatte ich mir als Ersatzfahrzeug eine nineT Scrambler geben lassen. Waoh, was ein Spaßmobil. Ich fuhr bis dato eigentlich mein Traummoped, eine HP2 Enduro. Schon zuvor hatte ich mir mal eine GS als Ersatz geben lassen und war erstaunt, wie viel agiler meine HP2 um die Kurve fällt. Aber gegen die nineT ist die HP2 schon fast träge.


    Lange Rede kurzer Sinn, seit letztem Jahr wächst bei mir der Gedanke, mir eine Scrambler zu basteln so wie sie mir gefällt. Hinzu kam, dass ich meine 2 Mopeds aus gesundheitlichen Gründen verkaufen musste. Die HP2 ist zu hoch und schwer und meine eigentliche Sportenduro (KTM exc 400) kann leider schon lange nicht mehr bewegt werden. Also musste ein Moped her, bei dem ich mit beiden Füßen stramm auf den Boden komme und was mir nicht weniger Spaß bereitet, als mit einer Sportenduro durchs Gelände zu pflügen.

  • Im Februar dann habe ich zugeschlagen. Ziel war es eine gute Gebrauchte unter 10.000.- € zu bekommen, da ja noch ettliche Euros versenkt werden sollten. In Düsseldorf bin ich dann fündig geworden.


    1. Hand, 6.500 km drauf, Baujahr 2017, keinerlei Kratzer oder Gebrauchtspuren, sah aus wie neu! Ich bin sie 50 Meter aus der Tiefgarage raus auf meinen Anhänger gefahren und das wars bis vor 2 Wochen. Bis dahin hing sie in der Werkstatt am Fleischerhacken und wurde schrittweise seziert. Zum Teil hingen nur noch Rahmen Tank und Motor von der Decke und sie ähnelte eher einem Metallklos als einem Moped.

  • Vom ersten Gedanken am meine ganz persönlich umgebaute Scrambler bis zum Kauf der Pure von der Stange im Februar verging ungefähr ein dreiviertel Jahr. Ich hatte also Zeit genug, mir mein Moped bis in kleinste Detail im Kopf schon mal auszumalen. Mir gefielen die Frästeile von Roland Sands sehr gut und so entstand vor meinem inneren Auge ein schwarz-silbernes Moped mit grauem Tank. Welche zweite Farbe der Tank bekommen sollte, war noch offen. Schwarz-Silber, das sollte die Vorgabe und Linie sein. Wo es ging gepulvertes oder eloxiertes Alu wieder blankgefräst oder eben Chrom und schwarzer Lack. Bis dahin sollte es aber noch ein langer Weg werden

  • Als erstes musste die Gabel raus, um die Brücken pulvern zu lassen. Aber sie wollte sich partout nicht vom Moped trennen. Erstes Problemchen, mir fehlte ein Zapfenschlüssel für die Lenkkopfmutter. Eigentlich würde ich behaupten, in meiner Werkastatt recht gut ausgerüstet zu sein, aber irgendwas fehlt eben immer. Ich glaube für uns Männer ist ein Baumarkt das selbe wie für unsere Frauen ein Schuhgeschäft. Haben will, brauche ich unbedingt, fehlt mir noch in rot.


    Zweites Problem, die untere Gabelbrücke hing so sehr an der Lagerschale, dass sich beide einfach nicht trennen wollten. Das Teil ist im nach unten konisch zulaufenden Lenkrohr verpresst. Ich habe die Gabelbrücke hin und her gedreht, unter die Lupe genommen und mich gefragt, wie BMW das Schmutzblech vom Lenkrohr bekommt. Ich hatte mir in weiser Voraussicht das Werkstatthandbuch vom Bucheli-Verlag zugelegt. Ich glaube, es gibt bessere Handbücher, aber ich will mich nicht beschweren.


    Ich hatte mich beim Studieren des hundsverreckten Sauteils schon gewundert, warum die Gabelbrücke links und rechts neben dem Lenkrohr zwei kleine Löcher hat. Doch wer lesen kann, ist klar im Vorteil. Hier passt exakt ein 5mm-Splinttreiber durch und so kann man das Blech von der rückwärtigen Seite her losdengeln. Problem gelöst.

  • Die Kiste für den Pulverer meines Vertrauens wurde immer voller. Der Lenker und die Rahmendreiecke sollten matt werden. Als Farbvorgabe für die Gabelbrücken diente die Lenkeraufnahme von Roland Sands. Brems- und Schalthebel, sowie die Aufnahmen für die Fußrasten, die Bremszylinder- und Luftfilterabdeckung, hab ich was vergessen? Bestimmt! Beim Bremshebel dacht ich zuerst, ich bräuchte einen neuen, da ich annahm, dass der Bremslichtschalter mit dem Hebel fest verbunden ist. Ist aber nur genietet. Leider bekommt man ihn kaum ab, ohne ihn zu zerstören. Macht aber nicht viel. Kostet nur einpaarundzwanzig Euro.


    Lenkeraufnahme

  • Ich wusste, dass mein Pulverer für alles gut 2 Wochen benötigte und so wollte ich zügig mit dem Abbau aller Teile vorankommen, um die Zeit dann anderweitig nutzen zu können. Endlich trudelten Stück für Stück auch die ersten bestellten Zubehörteile ein, sodass ich weiter machen konnte.


    Die teurersten und edelsten Stücke, die ich wie rohe Eier aus der Verpackung schälte und mich drei Mal vor ihnen verbeugte, waren die Ventildeckel. Geil, Roland Sands hat echt Ahnung von Design.


    Bei den offenen Luftfiltern von K&N, die ich bei diversen Custombike-Umbauten im Internet bestaunt hatte, war ich dagegen recht enttäuscht. Seitlich einfach aufgeschnitten und mit Gummipaste wieder abgeklebt. Aber egal, sieht auch geil aus, so zumindest für meinen Geschmack.

  • So sehr ich meine neuen Ventildeckel schätze, so sehr haben Sie mich auch Nerven gekostet. Ich habe sie gefühlte 20 Mal an und abgebaut und jedes Mal geschwitzt, dass sie auch keine Kratzer bekommen oder mir gar aus der Hand rutschen. So’n Ventildeckel wird zu einer öligen Sache, wenn das Moped nicht schief genug am Hacken hängt.


    Außerdem hatte ich einen Motor noch nie so weit zerlegt, dass ich quasi am offenen Herzen operiere. Das Problem war der Motorschutzbügel, den ich montieren wollte. Natürlich hatte ich die Reihenfolge nicht bedacht und zuerst die Deckel verbaut und dann den Bügel. Blöd nur, dass der Motorhaltebolzen, an dem der Schutzbügel verschraubt wird, eine von links nach rechts komplett durchgehende über 30cm lange Schraube ist. Will man sie rausziehen, stößt sie bereits nach ca. halber Stecken am Ventildeckel an. Also Schraube wieder zurück, Ventildeckel wieder ab und nochmal von vorne.


    Und das ganze zwei Mal hintereinander, weil ich feststellen musste, dass die gefrästen Deckel minimal breiter bauen als die originalen. Der Bügel passte nicht. Eines von vielen Teilen übrigens, die ich unverrichteter Dinge und schlecht gelaunt wieder Retour schicken musste.


    Bei einem dieser gefühlten 20 Male rutschte mir das Herz in die Hose, als mir beim Abziehen des Ventildeckels ein Sprengring entgegenflog. Huch, wo kommst du denn her? So viele Schräubchen, Rädchen und Ketten, wo ist denn dein zu Hause? Ich hatte echt Glück, dass das Teil nicht in den tiefen Eingeweiden der Ventilsteuerung verschwand und ich es überhaupt bemerkt hatte. Na ja, spätestens beim nächsten Starten des Motors hätte ich es wohl bemerkt!


    Beim nächsten Mal ging ich mit so großer Vorsicht vor und konzentrierte mich voll und ganz auf den oberen Teil, plumps da fiel mir von unten eine Kunststoffführung auf den Schoß. Erneut die selbe zermürbende Frage, wo gehörst Du denn hin? Jungs, ich weiß jetzt warum eine Meisterstunde 100.- € kostet und KfZ-Mechaniker ein Lehrberuf ist.

  • Es ist unglaublich, was man in so einem Moped Geld versenken kann. Die Fußrastenanlage von AC-Schnitzer gefällt mir. Oder die von Gilles Tooling. Hey, mal eben schnell ein halber Tausender oder mehr.


    Die Rahmendreiecke von Gilles Tooling find ich auch klasse. Bums, mal eben ein kompletter Tausender übern Jordan. Das kann so nicht weitergehen, ich muss die Handbremse reinhauen.


    Der Plan für die Fusshebelatur links und rechts war, schwarz pulvern lassen und ggf. die Kanten wieder abschleifen. Gemeinsam mit schönen Rasten und den Rahmendeckel von Highsider vielleicht nicht zu vergleichen mit einer kompletten Rastenanlage, aber auch nicht hässlich.


    Mein Plan für die Rahmendreicke war ähnlich. Pulvern und mit einem Senker wieder anbohren, die Gitter mit Chromspay lackieren und knapp 1.000.- € sparen. O.k. die Gilles Tooling sind doch nen Ticken schöner, aber 1.000.- € gespart, sind 1.000.- € in der Hand. Außerdem wird meine nineT so zum Unikat, denn solche Rahmendreiecke habe ich noch nirgendwo gesehen.

  • Seit nunmehr 2 Wochen ist sie nun endlich fahrbereit, wenn auch noch lange nicht fertig. Und ich muss sagen, so sehr BMW einen tollen Job beim Design gemacht hat, so bescheiden ist das Fahrwerk. Und das für rund 13.000.- € Neupreis, Frechheit! War mir bei meiner ersten Fahrt mit der Leihmaschine vor einem dreiviertel Jahr gar nicht aufgefallen. Na ja, dann weiß ich ja jetzt, wofür ich die gesparten 1.000.- € ausgeben kann.


    Um aus einer Pure einen echten Scrambler zu machen, fehlt natürlich noch ein hochgelegter Auspuff, das große Vorderrad und Stollenreifen. Ich finde auf einen Scrambler müssen Stollenreifen. Schließlich ist er ja der Urvater einer jeder Enduro.


    Und was ich auf den Tank malen soll weiß ich immer noch nicht. Rot wird's wohl doch nicht werden. Es gibt also noch genügend zu tun. Ich werde Euch auf dem laufenden halten.

  • Sehr schön. Ich stehe zwar nicht so auf Bling Bling , aber dein Moped ist echt schön ! 😃👍

    Danke! Ja, hast recht. Sie macht schon ein bisschen bling bling. Aber wer fährt schon Moped und freut sich nicht darüber, wenn er in der Garage mit ein bisschen bling bling begrüßt wird.


    Wobei es Mopeds gibt, die lauter bling bling schreien als meine:

    gesehen bei den BMW Days 2018 in Garmisch

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