Nachdem mein erster Test von Kurviger mit provisorisch befestigtem Handy positiv verlief, habe ich mich entschlossen, den nächsten Schritt zu gehen, das Navi mal zu demontieren und den Test mit dem Handy weiter zu führen.
Meine Anforderungen an eine Motorradnavigation sind recht überschaubar: Planung am PC sowie auf dem iPad und dem iPhone. Dann soll es stupide die geplanten Touren abfahren. Bei Abweichungen will ich nicht den ganzen Tag neu berechnet haben, sondern schnell wieder zurück auf die Route. Es soll die aktuelle Geschwindigkeitsbegrenzung anzeigen und nicht mit übertriebenen Ansagen nerven.
Das alles erfüllt das Kurviger für mich bis dato wie gewünscht. Ein Vergleich zu anderen Apps, wie Calimoto, fehlt mir allerdings. Wenn ich mal Navigation von A nach B mit Live Verkehrslage brauche, dann würde ich auf Google Maps bzw. Apple Maps zurückgreifen. Das brauche ich allerdings selten.
Deshalb habe ich mir ein SP-Connect Set für das iPhone 16 zur Befestigung mittig über der Lenkerklemmung geholt. Zusammen mit der zusätzlichen Fahrradhalterung alles in allem keine günstige Anschaffung, allerdings macht mir die Qualität einen sehr guten und stabilen Eindruck. Zudem habe ich zum Schutz der Kamera (um das Kameraproblem vom iPhone hoffentlich zu vermeiden) das Entkopplungsmodul verbaut.
Für die Stromversorgung habe ich mir noch ein 1,8m USB-A auf USB-C Kabel geholt, welches ich an der Bordsteckdose angeschlossen habe. Das Kabel habe ich entlang der Leitungen zum Lenker verlegt und mit Klett befestigt. Den Überschuss habe ich seitlich unter dem Tank verstaut.
Das Handy habe ich auf 90% Ladelimit eingestellt, sprich wenn es bis dorthin geladen hat, hält es nur noch den Akkustand und wird dadurch thermisch entlastet. Zudem erhoffe ich mir durch den Fahrtwind am Montageort eine relativ gute Kühlung, gleichzeitig ein bisschen Schutz gegen Steinschläge.
Ein kurzer Grifftest nach den ersten Touren hat keine deutlich erhöhten Temperaturen am Handy ergeben, allerdings muss man fairerweise auch sagen, dass die Tests bisher nur bei den aktuell kühlen Temperaturen und kaum Sonneneinstrahlung stattgefunden haben.
Erstaunlicherweise kann ich das Handy sogar rudimentär mit meinen alten Lederhandschuhen bedienen, obwohl diese keine eingearbeiteten „Bedienfinger“ haben. Möglicherweise liegt es daran, dass ich die immer wieder mal nachfette.
Ein Gadget, welches ich beim Garmin zu schätzen gelernt habe, sind die Reifendrucksensoren. Da diese natürlich nicht mit dem Handy verbinden kann, habe ich mir noch Sensoren mit Bluetooth besorgt. Aufgrund der eher negativen Rezensionen der billigen 20€ Varianten von Aliexpress, habe ich mich für die RideLink RDKS entschieden. Dazu kann ich allerdings noch nichts sagen, da diese erst am Montag bei mir angekommen.
Alles in allem gefällt mir diese Variante bisher sehr gut, allerdings wird sich das Handy in der nächsten Saison bewähren müssen. Ablesbarkeit bei Sonne? mögliche Überhitzung? Phantombedienung bei Regen? hält die Kamera die Vibrationen aus?
Das alles wird sich nächstes Jahr zeigen. Das Navi mit dem Cartool-Anschlusskabel werde ich jedenfalls bis dahin noch aufheben.
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