Warum fast immer Doppelscheibenbremse??

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Liebe Mitglieder: ich möchte an dieser Stelle auf ein neues Projekt von mir aufmerksam machen: www.japan-stromer.de bietet allen Fans der neuen Honda WN7 eine Plattform.

Dabei handelt es sich um das erste größere Elektromotorrad von Honda. Vielleicht finden das einige doch interessant und wollen dieser Technologie eine Chance geben.

Honda WN7 Forum

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Euer Admin Markus

  • Was bringt eigentlich eine Doppelscheibenbremse??

    Thermische Stabilität für die Rennstrecke oder bei Supertourern und weniger Fahrwerksreaktionen aber ist das so wichtig dass außer Choppern und kleinen Budgetbikes - ein paar Leichtbauten vielleicht noch- mittlerweile fast Alles mit Doppelscheibe rumfährt??

    Bei schnellen Bikes oder superschweren Tourenschiffen sehe ich das ja noch ein, aber wenn man bedenkt, dass bei Tempo 300 die 9- fache Energie abzubremsen ist wie bei Tempo 100 und da eigentlich standardmäßig alles mit 2x320mm unterwegs ist, dann müsste doch alles Normalgewichtige bis Tempo 200 locker mit einer Scheibe auskommen - zumal die reine Bremskraft eigentlich nicht geringer ausfallen sollte ( in die Reibkraft F(R) = F(N) x mü geht die Fläche nämlich gar nicht ein!) oder hab ich da jetzt nen Denkfehler fabriziert??:denk

    Oder ist das Trägheitsmoment bei zwei kleineren Scheiben geringer als bei einer großen??

    ( wobei es wie gesagt für gleiche Bremskraft auch der gleiche Scheibendurchmesser sein sollte!)

  • außer meiner CB250 von 1974 hatte ich immer Mopeds mit zwei Scheiben...

    habe bei meiner Harley extra eine 2. Scheibe nachgerüstet....

    zum einen weil sich die Gabel (42er Standrohre) mit der einen Scheibe (trotz nachgerüstetem GabelStabi) immer deutlich verwunden hat, zum anderen weil ich kein Vertrauen in die EINE Scheibe vorne hatte.

    weil z.B. 5 Kehren mit der hinteren Bremse anbremsen, dann is sie durch und dann geht nur noch hektisches pumpen... und eine 1/2 Stunde abkühlen..

    jetzt kann Ich das Alteisen auch mit zwei Fingern abbremsen.

    auch bei der Guzzi mit Integralbremse spührt man deutlich wie sich die Gabel verdreht beim Bremsen wenn nur eine Scheibe arbeitet...


    :LOL: HD, weil (denn) Schlechtes muß nicht billig sein!

    Gruß Helmut

    Soonham Cycle Fucktory

  • Ein Thema ist auch die thermische Belastung. 2 Scheiben bieten die doppelte Kühlfläche, das heißt sie überhitzen bei gleicher Bremsleistung viel später oder überhaupt nicht. Bei Überhitzung entstehen Dampfblasen in der Bremsflüssigkeit was zum Ausfall der Bremsen führt. Nicht sehr lustig:schmunzeln

    :camperboy

  • Es ist denke ich genauso wie der Matthias vermutet, ohne es genauer nachgerechnet oder nachgeforscht zu haben.... Man bringt die Energie bei hohen Geschwindigkeiten einfach besser weg und da wird bei der Auslegung der Bremse mit dem Worst Case gerechnet. Bei der RnineT also mit über 200.... Wenn man das für Landstraße mit maximal 140 rechnen würde, dann würde eine einzelne Scheibe sicher reichen.

  • Seid froh daß ihr ne Doppelscheibe habt, das ist besser für die Gabel. Meine Buell XB12 mit der einseitigen Riesenscheibe verschleißt den bremsenseitigen Gabeldichtring recht gerne und man muss immer wieder mal auch die leicht verspannte Gabel entspannen.

  • eine 690er SuMo hat auch nur eine Scheibe. Dafür eine sehr stabile Gabel und wenig Gewicht. Imho ist es eine Kombi aus Fzg-Gewicht und Performance. Je sportlicher ich ein reltiv zur Leistung schweres Motorrad auslegen möchte, umso eher benötige ich 2 Bremsscheiben.

  • Moin Matthias,

    die Reibungskraft ist nur eine von mehreren Größen, die die Wirksamkeit einer Scheibenbremse beeinflussen. Sie fließt in die
    Umfangfskraft (Fu) an der Scheibe ein. Die Umfangskraft multipliziert mit dem Halbmesser der Scheibe wiederum bestimmt das Bremsmoment.
    Das erklärt auch, warum Scheiben mit großem Durchmesser effektiver sind, als kleine Scheiben. Nun können natürlich nicht beliebig große Scheiben
    verbaut werden, um das gewünschte Bremsmoment zu erzeugen. Also nimmt man anstatt einer großen Scheibe zwei kleine Scheiben um das angepeilte
    Bremsmoment aufzubauen.

    Andere Gründe, wie die Verwindung der Gabel bei einer Scheibe, wurden hier schon genannt.

    Gruß

    Thomas

    *Die Welt ist eine Kurve!*

    Einmal editiert, zuletzt von Tom (30. Dezember 2024 um 19:57)

  • Danke für die rege Anteilnahme! Den Bremsscheibendurchmesser kann man nahezu beliebig vergrößern ( siehe die Perimeterbremse an der Buell mit glaube ich 370mm)- natürlich nicht grösser als Felge oder gar Rad... - dann steigt halt das Flächenträgheitsmoment....

    Was aber mitnichten der Fall ist, ist die Tatsache, dass zwei ( gleiche- geschweige denn kleinere!) Bremsscheiben doppelt so gut bremsen denn dann müsstest du ja auch die doppelte Arbeit am Bremshebel verrichten - sprich entweder doppelter Weg am Hebel ( der wird dann zu lang) oder grösserer Kolben ( damit ist der Druck entsprechend kleiner!)

    Meine G/S hat 37mm Standrohre, ne obere 'Blechgabelbrücke' und eine 286mm Bremsscheibe ( bei nem 21" VR!) Die braucht kein ABS! :geschockt

    Hier hat die zweite nachgerüstete Scheibe bei beibehaltenem Hauptbemszylinder ( sowie Umbau auf 19") spürbare Besserung gebracht. Das ist aber 40 Jahre her!

    Meine SRX hat auch DS, ne GS500 bremst aber mindestens genausogut!!

    Ich hoffe die 330er Brembo an der Caballero bremst ähnlich vehement ohne zu viel Verwindung in die 45mm Gabel mit nur 150mm Federweg zu bringen (die zudem ne solide 3-fach Klemmung hat!) Werde ich ja bald merken...


    Und ja: die r ninet bremst ( zum Glück!) sehr sehr gut, so dass ich da keinerlei Handlungsbedarf sehe! ( ähnliche Frage: was bringt denn an einem bestehenden System eine andere Handbremspumpe mit ( so wie ich oft gelesen und verstanden habe!) dem gleichen Kolbendurchmesser!!??)

    2 Mal editiert, zuletzt von MaT5ol (30. Dezember 2024 um 11:36)

  • Was bringt eigentlich eine Doppelscheibenbremse??

    Thermische Stabilität für die Rennstrecke oder bei Supertourern und weniger Fahrwerksreaktionen aber ist das so wichtig dass außer Choppern und kleinen Budgetbikes - ein paar Leichtbauten vielleicht noch- mittlerweile fast Alles mit Doppelscheibe rumfährt??

    Bei schnellen Bikes oder superschweren Tourenschiffen sehe ich das ja noch ein, aber wenn man bedenkt, dass bei Tempo 300 die 9- fache Energie abzubremsen ist wie bei Tempo 100 und da eigentlich standardmäßig alles mit 2x320mm unterwegs ist, dann müsste doch alles Normalgewichtige bis Tempo 200 locker mit einer Scheibe auskommen - zumal die reine Bremskraft eigentlich nicht geringer ausfallen sollte ( in die Reibkraft F(R) = F(N) x mü geht die Fläche nämlich gar nicht ein!) oder hab ich da jetzt nen Denkfehler fabriziert??:denk

    Oder ist das Trägheitsmoment bei zwei kleineren Scheiben geringer als bei einer großen??

    ( wobei es wie gesagt für gleiche Bremskraft auch der gleiche Scheibendurchmesser sein sollte!)

    Ist preiswerter.

  • Ich könnte mir auch durchaus vorstellen, dass die Bremsen ggf. (bei harten Einsatzbedingungen wie Rennstrecke oder schwereren Bikes) mit einer Scheibe schneller verschleißen (kürzere Haltbarkeit der Bremsbeläge als die Inspektionsintervalle). Dies wäre ein Sicherheitsrisiko und dieses Risiko will man nicht eingehen. Mit der zweiten Scheibe reduziert man diesen Verschleiß und erhält gleich noch eine Redundanz, falls eine Seite versagen sollte.

    Außerdem stehen, außer bei den BMW-Fahrern, nicht viele auf asymmetrische Formen. :verdutzt Quasimodolampenmaske, Einarmschwinge und Luftrüssel der NineT lassen grüßen.

  • Wenn ich mich recht erinnere, wurde die Doppelscheibe in erster Linie wegen des Verwindens der Gabel und natürlich auch wegen der Bremsleistung eingeführt. Die einzelne Scheibe an der CB 750 Four als erstes Großserienmotorrad mit Scheibenbremse war nicht so der Hit. Die Gabeln hatten im Vergleich zu heute Zahnstocherformat, aber die Geschwindigkeiten gingen dann schnell an die 200km/h und drüber.

  • Meine Norton Commando III hatte eine Bremsscheibe und die „berühmte“ Roadholder-Telegabel. Obwohl die Bremsleistung sehr überschaubar hat sich die Gabel verwunden wie ein Gummistangerl.
    Auch wenn die Gabeln heute besser sind, denke ich dass Stabilität, Simmerringe, Geradeauslauf etc immer noch die Hauptgründe für Doppelscheiben sind.
    Optik natürlich auch. So eine Einzelscheibe vorn wertet das Trumm sofort auf Hinterhofkraxn ab.

  • ...

    Was aber mitnichten der Fall ist, ist die Tatsache, dass zwei ( gleiche- geschweige denn kleinere!) Bremsscheiben doppelt so gut bremsen denn dann müsstest du ja auch die doppelte Arbeit am Bremshebel verrichten - sprich entweder doppelter Weg am Hebel ( der wird dann zu lang) oder grösserer Kolben ( damit ist der Druck entsprechend kleiner!)

    ...

    Bei der Doppelscheibe hast Du die doppelte Reibungsfläche ggü Einscheibenbremse und somit eine höhere Bremswirkung. Der Anpressdruck (Bremshebelweg) wäre in beiden Setups gleich.

    Aber ich würde fast wetten, dass Du dass weißt, deshalb verstehe ich diesen Thread überhaupt nicht. 🤷

  • Wenn es ums Nachrüsten geht, ums Aufwerten oder was auch immer, sinds nicht selten echte Kleinigkeiten die man verbessern will und kann und an denen man sich erfreut.

    Eine 2. Bremsscheibe hat immer Vorteile, bis aufs Gewicht und die Kosten. Es bremst unter extremeren Bedingungen einfach länger gut. Die Handkraft für die Bremse kann sich verrringern, der komfort steigt. Die Gabel verwindet ganz klar weniger. Früher bzw. an alten Motorrädern war das noch viel schlimmer als heute an einer fetten USD Gabel.
    Für mich ist eine Doppelscheibe pflicht, ich bremse gern spät und hart, da kanns hgar nicht genug verzögern. Das sieht man natürlich auch an den Bremsscheiben, selbst 5m dicke Bremsscheiben schimmern hinten wie vorne immer in den schönsten Farben und stinken und qualmen auch mal nett. Hba eich nur eine Bremsscheibe, ist das Fading meist nicht weit weg.
    Wie pflege ich immer so schön zu sagen, "Ist die Gerade noch so klein, ein kurzer Gasstoß, der darf immer sein". Der muss natürlich auch wieder zusammen gebremst werden....

    Die Bremspumpe ist ein ähnliches Spiel.

    Ich persönlich kann mich auf einen wandernden Druckpunkt oder auf einen schlechten Initialbiss super einstellen, ist mir sogar auf der Renne völlig egal, andere denken gleich sind sie tot - so schlimm wird das empfunden.
    Auch hier schafft ne andere Bremspumpe einen Erfolg, auch wenn es nur der nicht wandernde Druckpunkt ist (wenn es von der Pumpe kam) oder einfach nur das direktere oder bessere Ansprechen welches einem nun Freude bereitet.

    Für andere ist es der Auspuff der gefühlt 15 PS bringt, weil er lauter ist.

    Es ist Tuning, ein Verbessern der Hardware mit verschieden großem Erfolg, oft aber mit großem Erfolg für den Einzelnen.

    Einmal editiert, zuletzt von Karl (30. Dezember 2024 um 15:42)