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Fahrbericht: neues Öhlins-Federbein in der NineT Classic

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  • Hallo.

    So, nach dem Einbau des Öhlins BM650 in meine NineT Classic (E3) konnte ich endlich mal ein Stück weit fahren. Hier unten also mein durchaus subjektiver Bericht.

    Bitte melde dich an, um diesen Anhang zu sehen.


    1. Rainer hat mir das Öhlins mit einer weicheren Feder geliefert (140 N/mm, Öhlins-Serie ist 160) sowie sowohl die Basis der Federvorspannung als auch die Zugstufendämpfung auf meine Bedürfnisse (solo, zügig-touristisch, ca. 90 kg inkl. Klamotten) eingestellt. Federbeinlänge wurde nicht erhöht, obwohl +10 mm möglich wären. Die Einstellungen haben vorzüglich gepasst. Habe bisher lediglich die Dämpfung um 1 Klick reduziert.
    2. trotz weicherer Feder ist die NineT nicht zur Sänfte geworden, dazu ist der Federweg schlichtweg zu gering. Daher bitte keine überzogenen Erwartungen an den Komfort.
    3. der Komfort ist anderer Art als "weich und lange Federwege". Was man sofort spürt, ist das sämige Arbeiten der Hinterhand, scheinbar ohne Losbrechmoment und mit angemessener Dämpfung. Hintern und Wirbelsäule bleiben von den Ärgernissen der Straßenoberfläche verschont.
    4. das Ansprechverhalten ist super. Mit dem hoppelnden Original-BMW-Federbein gab es auf schlechter Wegstrecke Schläge ins Kreuz, das ist völlig verschwunden. Wenn die Straße mit Löchern und Aufbrüchen übersät ist, ist die Gabel nach wie vor schnell überfordert, aber das hintere Federbein arbeitet beeindruckend. Keine Schläge ins Kreuz mehr.
    5. bei Kurvenfahrt auf verworfenem Asphalt - Bodenwellen oder Flicken - konnte ich bisher nie meine avisierte Linie halten. Kurz: das Hinterrad hat mitgelenkt, ganz schlimme Erfahrung, man musste ständig korrigieren in Schräglage, und das führte dazu, dass man Tempo rausnehmen muss. Das Öhlins hingegen führt das Hinterrad total stabil in der Spur, es scheint auf dem Asphalt zu kleben. Als Folge fährt die Maschine nun auch auf unebener Strecke und größerer Schräglage exakt die Linie, die ich will und in die ich eingelenkt habe. Dies ermöglicht erheblich höhere Kurvengeschwindigkeiten auf nicht topfebenem Asphalt, weil man viel mehr Vertrauen in die Stabilität und Spurhaltung hat.
    6. mehr noch: schon nach kurzer Zeit vertraut man dem Fahrwerk dermaßen, dass man trotz unebenem Asphalt reinhält und das Tempo nicht wesentlich verringern muss.
    7. Weil das Hinterrad jetzt so gut geführt wird, kann man im Scheitelpunkt der Kurve auch deutlich stärker beschleunigen, ohne Angst, dass das Hinterrad nach außen trampelt. Die Linie wird beibehalten, sofern man nicht durch zu viel Gas etwas Schlupf aufbaut.
      Nochmals: je schlechter die Fahrbahnbeschaffenheit, umso größer die o.a. Unterschiede zum Serien-Federbein.
    8. ich habe innerhalb der ersten 150 km mit dem Öhlins meinen Angststreifen am Hinterrad von 6 mm auf 1-2 mm runtergefahren (nachdem das Foto geschossen wurde...), ohne dies bewußt zu provozieren. Es ergab sich einfach so, ohne speziellen Ehrgeiz.
    9. Gabel: erst jetzt merke ich, dass die Seriengabel (E3) doch gar nicht so schlecht ist. Zwar etwas soft, doch sie führt gut und macht die frechere Fahrweise mit. Sicher kann man diese Gabel noch deutlich verbessern, und ich empfinde ein Telelever-Fahrwerk immer noch deutlich stabiler und neutraler, doch es wird deutlich, dass der Schwachpunkt des NinetT-Fahrwerks nicht vorne, sondern hinten lag.

    Mein Fazit: zweitrangig, welches gute Federbein man nachrüstet - Öhlins, Bilstein, Wilbers. Es wird auf jeden Fall eine bedeutsame Verbesserung werden. Ich bin happy mit diesem Öhlins.


    Grüße,
    Holger

    - Boxern seit 1987 -

  • hardholgi

    Ich kann deinem Bericht zu 100% zustimmen, auch wenn ich "nur" das BM 652 eingebaut habe. Dabei denke ich, dass eine weichere Feder für das original Federbein schon ausreichen würde.

    Aber egal, das Öhlins FB wertet die Ninet noch zusätzlich auf.

    Einst fuhr ich Honda mit famosem DCT,

    nun schalte ich die BMW mit dem linken großen Zeh.

    Grüße aus Nordhessen

    Horst G.

  • Die preiswerten Öhlins Federbeine verwenden doch die gleiche Technologie. Beim teureren ist halt nur die Einstellung der Vorspannung eleganter bzw. teurer. Wer mit einem Hakenschlüssel leben kann , ist da genauso gut bedient. Inclusive schwarzer Feder. Voreingestellt von uns, und das passt dann

    Gruß

    Rainer

    CLASSICBIKE RAISCH

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